Alles Wissenswerte zum Thema: Recruiting

 


Inhaltsverzeichnis

Definition: Was bedeutet Recruiting?

Definition: Was bedeutet (Direct) Sourcing?

Recruiting-Strategien sind 2017 digital ausgerichtet und effizient verzahnt

Blogger Relations setzen auch Trends im Recruiting

Alle Maßnahmen im Recruiting fokussieren auf das Kandidatenerlebnis

Was wird aus Recruiting-Events und anderen Klassikern?

 


Sichern Sie sich Ihre kostenlose Zusammenfassung zum Thema Recruiting:

Grundlagen des Recruitings


Modernes Recruiting bietet und verlangt mehr als eine neue Stelle

Auf der Suche nach Personal müssen Unternehmen neue Wege im Recruiting und Sourcing gehen. Fachkräftemangel und hoher Wettbewerbsdruck haben die Bedingungen für die Personalbeschaffung verschärft. Für eine erfolgreiche „Candidate Journey“ bis zur erfolgreichen Einstellung gilt es, Bewerber an jedem Touchpoint zum Unternehmen zu begeistern.

2016 genügt es längst nicht mehr nur, Stellenanzeigen in Jobbörsen zu schalten oder als Aussteller an ausgewählten Karrieremessen teilzunehmen. Während sich in der Vergangenheit schon einmal hunderte Bewerber auf eine ausgeschriebene Position meldeten, bleiben heute oft nur wenige übrig, die tatsächlich relevant sind. Für Personalverantwortliche ändern sich die Aufgaben: Sie müssen Vakanzen bei qualifizierten Kandidaten künftig aktiv promoten und ihr Unternehmen mit allen Mitteln des Employer Brandings und der modernen Kommunikation als attraktiven Arbeitgeber positionieren.

 


Definition: Was bedeutet Recruiting?

Das deutsche Personalmarketing hat die englischen Begriffe „Human Resources“ (kurz: HR) und „Recruiting“ bzw. „Recruitment“ längst für sich adaptiert, einerseits als Konzession an die historische Entwicklung im Industriezeitalter, als englischsprachige Länder wesentliche HR-Trends setzten, andererseits wegen der Ausrichtung auf globale Märkte. Erster Begriff beschreibt laut Duden „alle [einem Unternehmen] zur Verfügung stehenden menschlichen Leistungspotenziale“, zweiter die „Suche nach bzw. Vermittlung von Arbeitskräften“.

Wer qualifizierte Mitarbeiter noch vor dem Wettbewerb finden und binden will, wird auch jenseits vertrauter Quellen suchen. Das schließt nicht nur überregionale Märkte ein, auch branchenfremde Bereiche, bisher eher vernachlässigte oder weniger qualifizierte Zielgruppen, abweichende Disziplinen – und neue Interaktionsformen.

Die Jobbörse Indeed hat per Pressemitteilung eine neue Befragung samt Infografik zur Jobsuche in Deutschland veröffentlicht. Demnach sind die meisten Jobsuchenden hierzulande optimistisch für das nächste Jahr.

 

Infografik Recruiting 2017 : deutsche Arbeitssuchende sind optimistisch

Recruiting

Definition: Was bedeutet (Direct) Sourcing?

Sourcing bedeutet in der deutschen Übersetzung „Beschaffung“ und die ursprüngliche Verwendung im Unternehmensumfeld bezieht sich auf alle Aufgaben, Taktiken und Strategien rund um den Einkauf von Produktionsmitteln. Im Laufe der Zeit wurde dies erweitert bzw. verallgemeinert auf alle Ressourcen, die ein Unternehmen zur Wertschöpfung benötigt. Im Zuge dessen wurde auch das Humankapital miteinbezogen, wodurch sich Begriffe wie Human Sourcing, HR Sourcing oder Personal Sourcing entwickelten.

Die Weiterentwicklung zum Direct Sourcing ist ein Trend der letzten Jahre und wird von Monat zu Monat von mehr Unternehmen genutzt. Hintergrund ist der zunehmende Kampf um Talente und Spezialisten mit Erfahrung. Unter Direct Sourcing werden Taktiken verstanden, welche Personaler anwenden um interessante Kandidaten direkt anzusprechen. Im Normalfall geht eine Recherche voraus über welche der Recruiter einen potenziellen Kandidaten identifiziert – bspw. über XING oder LinkedIn. Im zweiten Schritt wird entweder eine bekannter Kontaktpunkte aus dem Netzwerk des Kandidaten aktiviert um den Dialog einzuleiten oder der Kandidat direkt vom Recruiter angesprochen.


Recruiting-Strategien sind 2017 digital ausgerichtet und effizient verzahnt

Das ubiquitäre Netz, Big Data und Digital Recruiting haben alles umgekrempelt. Zwar übersetzen Personaler noch sehr verhalten die Chancen des digitalen Wandels in strategische Maßnahmen und Prozesse. Sie erleben gerade einen vergleichbaren Umbruch wie im Handel: Ihre Herausforderung lautet Multichannel-Recruiting, wenn sie auf Augenhöhe mit Kandidaten bleiben möchten – angesichts schmaler Budgets eine Herausforderung. Doch die digitalen Plattformen und neue Lösungen können das Bewerbermanagement auch erleichtern und effizienter gestalten.

Gemäß einer Studie von LinkedIn Talent Solutions („Deutschland: Recruiting Trends 2016“) setzen deutsche Unternehmen dabei auf unterschiedliche Instrumente: 58 Prozent der Recruiter nutzten in den vergangenen Monaten Online-Stellenbörsen, 46 Prozent unternehmenseigene Karrierewebseiten, 42 Prozent berufsbezogene soziale Netzwerke.

Eine wesentliche Rolle im Recruiting hoch qualifizierter Arbeitskräfte spielten die Social Media, denn auch 56 Prozent der Fach- und Führungskräfte in Deutschland setzten ihr Profil in XING und LinkedIn ein, um aktiv zu suchen bzw. passiv von Recruitern entdeckt zu werden.

Die digitale Präsenz auf den Plattformen ermöglicht nicht nur eine vorgefilterte Akquise und den Austausch ohne Medienbruch. Arbeitgeber können in den sozialen Netzwerken auch eigene Profilseiten betreiben, die mit ihrer Recruiting-Webseite sowie Ansprechpartnern in der Personalabteilung verlinkt sind. In branchenrelevanten Foren und Gruppen können sie zudem Beiträge publizieren, die das Interesse der Zielgruppe gezielt auf die Webseite lenken.

Blogger Relations setzen auch Trends im Recruiting

Überhaupt entdeckt und gelesen werden ist dabei die Kunst. In einer digital orchestrierten Beziehungsarbeit sind alle Inhalte wesentlich, welche die Kandidaten begeistern können, auf das Arbeitgeber-Image einzahlen und auch für das Suchmaschinen-Ranking arbeiten. Entweder bietet die Recruiting-Webseite dazu ein Blog mit entsprechender Content-Strategie oder es werden passende externe Blogs als Multiplikatoren adressiert, um Interessantes zum Unternehmen zu positionieren.

Informative und unterhaltsame Beiträge öffnen nicht nur ein Fenster in die Organisation, sie stärken auch die Identifikation der Mitarbeiter mit ihrem Arbeitgeber. Oft sind diese sogar bereit, aktiv mitzubloggen. Jobinteressenten können solch einem Blog unverbindlich folgen und aktuelle News für ihre Bewerbungsstrategie nutzen. Mitarbeiter als Multiplikatoren können diese wiederum in den Social Media und bei Jobbörsen weiterverlinken.


Alle Maßnahmen fokussieren auf das Kandidatenerlebnis

Vergleichbar der „Customer Experience“ geht es im Recruiting nicht mehr vordergründig um die Kommunikation einer Vakanz, viel mehr um ein einzigartiges Kandidatenerlebnis an allen möglichen Touchpoints zu einer Organisation. Entsprechend sollten die Marketing-Aktivitäten auf die Qualität dieser Beziehung fokussieren. Strategien und Maßnahmen können beispielsweise an folgenden sechs Punkten ansetzen:

1. Employer Branding: Welche Schlüsselwerte machen ein Unternehmen authentisch, attraktiv und zukunftsfähig? Was macht es einzigartig, anders als sein Wettbewerb? Welche Belege gibt es bzw. braucht es, um die Employer Brand glaubwürdig zu positionieren?

2. Inhalte: Was sollte über das Unternehmen und seine Kultur berichtet werden? Wer kommuniziert mit welchen Zielen und in welcher Tonart an welchen Touchpoints? Als vertrauensvolle Botschafter können hier beispielsweise künftige Kollegen, Vorgesetzte oder HR-Repräsentanten authentische Eindrücke vermitteln.

3. Transparenz: Welche Chancen erwarten neue Kollegen? Wie gestaltet sich das soziale Miteinander? Erklärvideos, Bildreportagen, Livestreams und weitere digitale Stilmittel stehen zur Verfügung, um Menschen, Aufgaben und Arbeitsplätze merkfähig online vorzustellen.

4. Mehrwerte: Welche Services und Zusatzangebote unterscheiden das Unternehmen von anderen? Besonders die werteorientierte junge Arbeitnehmergeneration wünscht sich Angebote jenseits des Gehalts, die sie motivieren und inspirieren und länger an ihr Wunschunternehmen binden könnten.

5. Umsetzung: Schnelles Feedback und nachhaltiges Fullfilment sind ebenfalls ein Gütezeichen für Beziehungen. Automatisierte Prozesse können das Recruiting hier für beide Seiten effizient gestalten. Vakanzen werden automatisiert gepostet. Aus digitalen Profilen und Unterlagen filtern Analyse-Tools erste Vorauswahlen. Online-Assessments und Interviews via Webcam liefern weitere Qualifizierungsmerkmale – das reduziert Reisekosten, justiert die Ergebnisqualität und ermöglicht schnelleres Onboarding.

6. Qualitätssicherung: Maßnahmen und Performance sollten regelmäßig überprüft werden. Waren der richtige Kanal und ein angemessener Aufwand gewählt? Wurden Positionen „in time“ und qualifiziert besetzt? Indem der Recruiting-Prozess so permanent im Lernmodus bleibt, kann er sich Trends und Entwicklungen flexibel anpassen.

 

Was wird aus Recruiting-Events und anderen Klassikern?

Nach wie vor bleibt jedoch der beiderseitig persönliche Eindruck letztentscheidende Instanz. Deshalb behalten auch Karrieremessen, Fachkongresse, Hochschulmarketing und Jobinterviews neben allen digitalen Aktivitäten ihre Berechtigung, damit Personaler künftige Leistungsträger persönlich erleben und mit ihnen verbindlich netzwerken können.

Doch auch solche Events haben eine digitale Beschleunigung und Effizienz erfahren. Einladungen und Tickets werden über Business-Netzwerke und Blogs angeboten, Termine für Gespräche gleich online vereinbart. Auf den Veranstaltungen sind mobile Endgeräte mit Apps im Einsatz. Einerseits, um das Unternehmen innovativ zu präsentieren, andererseits um HR und Kandidaten zu vernetzen und gegebenenfalls schon vor Ort Unterlagen auszutauschen.

Ziel moderner Recruiting-Strategien sollte sein, Jobsuchende auf ihrer Reise zur Entscheidung bestmöglich zu begeistern und ihre Wünsche und Ansprüche an Information und Interaktion umfassend zu erfüllen. Dafür hält der digitale Wandel innovative Lösungen bereit. Positive Kontakterlebnisse entscheiden schließlich maßgeblich darüber mit, ob ein Kandidat überhaupt auf ein Unternehmen zugeht.

 

Quellen:

Jobbörse Indeed Pressemitteilung „Jobsuche 2017“ (obs/Indeed Deutschland GmbH/Indeed / Statista)

LinkedIn Recruiting Trends 2016

 


Weiterführende Inhalte:

Lösung Recruiting für die Praxis

Neben der aktiven Direktansprache (sog. Active Sourcing) ist die Nutzung von Mitarbeitern als Botschaftern für das Unternehmen ein großer Trend bei Personalentscheidern. Um die Vorteile eines solchen Mitarbeiter-werben-Mitarbeiter-Programms in der Rekrutierung zu nutzen, sind die passenden Anreize sehr entscheidend. Außerdem sollte das Ganze mit einem System begleitet werden, das dem Empfehler volle Transparenz bzgl. seiner Empfehlung ermöglicht.

Mit der Einführung der MitarbeiterCARD eröffnen Sie sich und Ihren Mitarbeitern eine große Bandbreite an Möglichkeiten. Als wiederaufladbare Gutscheinkarte im individuellen Firmendesign ist die Lösung sowohl eine perfekte Ergänzung Ihrer Employer Branding Strategie nach innen und außen, als auch ein Differenzierungsmerkmal im Kampf um neue Talente.

Hier gehts zur MitarbeiterCARD

 

Gerne senden wir Ihnen weitere Informationen zum Thema:

Grundlagen des Recruitings

Recruiting

Füllen Sie hierzu das untenstehende Formular aus und Sie erhalten ein Wissenspapier über wichtige Fakten und interessante Trends im Bereich Recruiting bequem per E-Mail.

Kontakt Longlead - Download

  • * Erforderliche Angaben
  • Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.
Folgende Artikel könnten Sie auch interessieren:

Die TOP-HR-Veranstaltungen 2017 im Überblick

Personalveranstaltungen bieten die ideale Möglichkeit sich über aktuelle Maßnahmen zu informieren. In aufschlussreichen Vorträgen erhalten Fachbesucher einen Einblick in Entwicklungen und Trends im HR-Bereich. Wir geben Ihnen eine Übersicht mit Daten und Veranstaltungsorten aller bevorstehenden deutschen HR-Events für Ihre Planung 2017 an die Hand.