Green Marketing: Alles Wissenswerte

Green Marketing Kompass

 


Inhaltsverzeichnis

Definition Green Marketing

Was sind die Vor-/Nachteile von Green Marketing?

Green Marketing: Wirklich effektiv oder nur ein Trend?

Apps und Unternehmen, die „greener“ sind

Best Practice: Too Good To Go


In den letzten Jahren hat Green Marketing massiv an Einfluss gewonnen und ist branchenübergreifend umgesetzt worden. Viele Vermarkter haben ihre Geschäftswege neu gestaltet, indem sie nachhaltige Methoden in ihre Marketing Vorgänge integriert haben. Während grüne Initiativen in verschiedenen Abteilungen einer Organisation auftreten müssen, beispielsweise papierlose Buchhaltung oder von energiesparenden Büroflächen aus arbeiten, muss auch das Marketing seine Botschaften entsprechend verbreiten, um mit umweltbewussten Kunden in Kontakt zu treten und eine Verbindung aufbauen zu können. Da der Weltumwelttag (05.06.2020) vor der Tür steht, ist es an der Zeit für Vermarkter zu bewerten, wie grün ihr Marketing ist.


Definition Green MarketingInfografik mit grünen Kreisen

Die erfolgreiche Marktplatzierung von nachhaltig produzierten Produkten hat verschiedene Namen – Ökomarketing, ökologieorientiertes Marketing, nachhaltiges Marketing. Allerdings ist der englische Begriff „Green Marketing“ der meist genutzte im deutsch-sprachigen Raum.

Im wirtschaftswissenschaftlichen Kontext versteht man unter Green Marketing die Gesamtheit aller Werbe- und Informationsbestrebungen, die die Nachhaltigkeit der Produktionskette hervorheben. Es geht dabei nicht nur um Kunden mit zielgerichteten Werbemaßnahmen von der Nachhaltigkeit der eigenen Produkte oder Dienstleistungen zu überzeugen. Der Begriff umfasst ebenfalls sämtliche Maßnahmen, die sich auf die Verbesserung der Umweltbilanz eines Unternehmens eher seiner Produktionsabläufe auswirken.


Was sind die Vor-/Nachteile von Green Marketing?

Vorteile:

  • Markenimage verbessern und werteorientierte Zielgruppen erreichen. Viele potenzielle Kunden wollen heute wissen, dass von ihnen erworbenen Produkte oder Dienstleistungen keine negativen Effekte auf die Umwelt haben. Es trägt zu der Authentizität bei, die die Menschen in dem, was angeboten wird, sehen wollen. Millennials wollen sich vor allem mit Marken identifizieren, die nicht nur wegen des Profits im Geschäft sind – sie wollen in der Lage sein, die Welt jeden Tag auf irgendeine kleine Weise zu verbessern. Grünes Marketing kann diese Prinzipien auf wirksame Weise vermitteln. Wenn Ihre Bemühungen um grünes Marketing nicht zu einem Verkauf führen, werden sie bei denjenigen, die der Kampagne begegnen, gute Gefühle hervorrufen und sie dazu bringen, Ihre Produkte oder Dienstleistungen in Zukunft mit größerer Wahrscheinlichkeit nachzufragen.
  • Höheres Maß an Loyalität schaffen. Wenn Sie bereit sind von Ihren Gewinnen etwas zurückzugeben, schaffen Sie mehr Gelegenheiten für Menschen, Sie zu unterstützen. Ebenfalls gilt das, wenn das von Mitarbeitern, Bewerbern und Kunden wahrgenommene Erscheinungsbild des Unternehmens mit den greifbaren Umsetzungen und Handlungen übereinstimmt. Das ist die Basis für eine nachhaltige Kundenloyalität.
  • Erhöhte Gewinnspannen. Die Menschen sind bereit, mehr für ein Produkt zu zahlen, wenn ein Wertversprechen höher ist. Grünes Marketing unterstützt Sie hierbei, indem es den Verbrauchern die Möglichkeit gibt, durch Ihre Bemühungen etwas zurückzugeben, und weil Sie damit Anderen helfen. Unternehmen müssen zwar mehr in die „grünen Prozesse“ investieren, allerdings sind Kunden bereit dafür mehr zu bezahlen, weshalb sich der Gewinn nicht verringert.

Nachteile:

  • Subjektiver Blickwinkel. Nicht jeder wird sich an Ihren Bemühungen um nachhaltiges Marketing beteiligen, weder intern noch extern. Das liegt daran, dass unterschiedliche Sichtweisen bestehen, was „grün“ oder eben nicht „grün“ ist. Wenn Ihre Marketing-Bemühungen nicht mit den persönlichen Überzeugungen und Gefühlen einer Person übereinstimmen, dann kommt die intendierte Message nicht rüber.
  • Verwechslung mit Green Washing. Es gibt viele Marken, die dafür werben wie „grün“ sie sind, obwohl die tatsächliche Unternehmensausrichtung nur gering ökologisch ist. Manchmal wird dies sogar als „Green Washing“ bezeichnet. Wenn Kunden Marken ausgesetzt sind, die versuchen Green Marketing nachzuahmen, um als ökologisches Unternehmen wahrgenommen zu werden, werden die authentischen grünen Marketingbemühungen anderer Unternehmen mit Skepsis betrachtet.
  • Grünes Marketing kann viel Widerstand hervorrufen. Nicht jeder ändert sich gern. Menschen setzen sich in ihren Gewohnheiten fest, gewöhnen sich an Routinen und mögen es nicht, wenn diese unterbrochen wird. Eine Veränderung Ihres Unternehmens oder Ihrer Marke kann daher auch einen Einschnitt in die Routinen der Konsumenten darstellen. In der Konsequenz kann dies bei einigen dazu führen, dass Produkte und Marken gemieden werden, statt sich mit deren neuen grünen Aspekten auseinanderzusetzen und sie anzunehmen.

Green Marketing: Wirklich effektiv oder nur ein Trend?

Grüne Glühbirnplflanze auf schwarzem Hintergrund

In Zeiten des Klimawandels und mit dem geschärften Bewusstsein der Konsumenten wird Green Marketing keine Option bleiben, sondern sich immer mehr zum Muss entwickeln. Dabei geht es aber nicht um die Anpassung der Marketingstrategie mit Fokus auf nachhaltige Aspekte, sondern um die Etablierung einer entsprechenden Unternehmensphilosophie, die alle Unternehmensbereiche durchdringen muss. Denn vor allem in Sachen Umweltschutz und Nachhaltigkeit erwarten die Konsumenten Ehrlichkeit. Deshalb ist es keine gute Strategie, krampfhaft etwas zu suchen, was als „grün“ vermarktet werden kann. Nachhaltigkeit in einem Unternehmen zu etablieren, erfordert stattdessen ein Gesamtkonzept, um dann die Argumente für das Marketing nutzen zu können. Sonst wird statt ehrlichem Green Marketing eher vordergründiges Green Washing betrieben, dass bedauerlicherweise schnell zu Image- und Vertrauensverlust führen kann.


Apps und Unternehmen, die „greener“ sind

  • Ritter Sport (Alfred Ritter GmbH & Co. KG): Als erster und bislang einziger großer Tafelschokoladenhersteller bezieht Ritter Sport für das gesamte Sortiment zu 100 Prozent zertifiziert nachhaltigen Kakao.
  • Jack Wolfskin (Jack Wolfskin Ausrüstung für Draußen GmbH & Co. KGaA): Mit der revolutionären TEXAPORE ECOSPHERE-Technologie lancierte Jack Wolfskin eine absolute Innovation auf dem Outdoor-Markt: eine Jacke, die aus einer zu 100% recycelten Membran, zu 100% recyceltem Oberstoff und zu 100% recycelten Innenfutter besteht.
  • Dyson (Dyson GmbH): Dyson Ingenieure haben den kleinsten und energieeffizientesten Motor für ein Haushaltsgerät entwickelt. Er wurde speziell für energieeffiziente Geräte konzipiert und kommt zum Beispiel in den kompakten, äußerst leistungsfähigen und Strom sparenden Akkusaugern zum Einsatz. Des Weiteren hat Dyson mit ihren Handtrocknern, den Sieger für die geringste Umweltbelastung von Handtrocknern entwickelt.

Best Practice: Too Good To Go

Das dänische Start-Up „Too Good To Go“ wurde 2015 mit dem Ziel gegründet, die Lebensmittelverschwendung zu reduzieren. Die App ermöglicht gastronomischen Betrieben wie Restaurants, Hotels, Cafés, Bäckereien und Supermärkten, ihr überproduziertes Essen zu einem vergünstigten Preis an Selbstabholer anzubieten. Dadurch bekommen Kunden leckeres Essen, weniger Lebensmittel werden verschwendet und die Betriebe verdienen etwas dazu. Über die App hinaus engagiert sich Too Good To Go auch in anderen Bereichen für die Reduzierung der Lebensmittelverschwendung: über Bildungsangebote, Aufklärungskampagnen und auf (inter)nationalem politischen Boden.

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