Rückkehr an den Arbeitsplatz: Alles Wissenswerte

Frau sitzt im Büro mit Laptop und lächelt

 


Rückkehr an den Arbeitsplatz: Alles Wissenswerte

Inhaltsverzeichnis

Rechtliche Bestimmungen

Homeoffice auch nach der Krise

Psychologische Sicht

Was Führungskräfte beachten sollen, um einen guten Umstieg in den normalen Alltag zu gewährleisten

Schutzmaßnahmen für handwerkliche und produzierende Tätigkeiten

Praxisbeispiel BMW

 


Die derzeitige Situation beeinflusst die Arbeitswelt maßgeblich, viele Unternehmen mussten ihre Mitarbeiter durch die Covid-19 Krise in die Kurzarbeit oder ins Homeoffice schicken. Die Arbeitnehmer kehren zurück langsam zurück in die Büros und auch die Produktionen laufen wieder an. Diese schrittweise Rückkehr muss strategisch geplant und gut durchgeführt werden, um den Gesundheitsschutz der Mitarbeiter zu gewährleisten. Welche rechtlichen Rahmenbedingungen muss der Arbeitgeber beachten und welche psychologischen Auswirkungen hat die Krise auf die Mitarbeiter?


Rechtlichen Bestimmungen

Die Sicherheit der Mitarbeiter zu gewährleisten liegt in der Verantwortung des Arbeitgebers. Das Deutsche Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat im April Arbeitsschutzstandards für die sichere Rückkehr veröffentlicht. Hierbei gilt, dass der Arbeitgeber die Verantwortung für die notwendigen Infektionsschutzmaßnahmen zu tragen hat. Falls der Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen den Arbeitsplätzen nicht eingehalten werden kann, gilt die Maskenpflicht oder es muss eine transparente Abtrennung aufgestellt werden. In Open Offices muss der Mindestabstand ebenfalls gegeben sein. Hierbei muss die Arbeit so organisiert werden, dass eine Mehrfachbelegung vermieden wird. Personen aus Risikogruppen müssen ebenfalls zur Arbeit erscheinen, wenn nichts anderes mit dem Arbeitgeber vereinbart wurde. Falls der Arbeitnehmer bedenken hat, kann dieser den Betriebsarzt konsultieren, welcher besondere Schutzmaßnahmen initiieren kann.


Homeoffice auch nach der Krise

Homeoffice Arbeitsplatz mit Laptop

Die Covid-19 Krise hat dazu geführt, dass viele Unternehmen auf das Arbeiten im Homeoffice umsteigen mussten. Langsam kehren die Angestellten wieder in die Büros zurück, dennoch möchten viele die Möglichkeit, von zu Hause aus zu arbeiten, weiter nutzen. Die von dem Bayerischen Forschungsinstitut für digitale Transformation durchgeführte Umfrage zu dem Thema Homeoffice hat gezeigt, dass 64% der Befragten auch nach der Krise diese Möglichkeit nutzen möchten. 39% der Teilnehmer denken allerdings, dass die zuständige Führungskraft nach der Krise dieses Arbeitsmodell nicht integrieren wird. Ersichtlich ist jedoch, dass sich die Mehrzahl der Befragten für eine Möglichkeit der Homeoffice Nutzung ausspricht. Unternehmen sollten daher in Zeiten von New Work (auch unabhängig von der aktuellen Krise) in Erwägung ziehen, dieses Modell in betrieblich passender Form auch weiter bestehen zu lassen oder organisatorisch zu implementieren. Hierbei ist ein sinnvoller Einsatz wichtig. Die technischen Ressourcen wurden durch die derzeitige Situation in vielen Betrieben ausgebaut und können weiter integriert werden, auch die Mitarbeitermotivation kann durch flexible Arbeitsmöglichkeiten gestärkt werden. Jedes Unternehmen sollte darüber nachdenken, wie und ob das Modell Sinnvoll weiter integriert werden kann.


Psychologische Sicht

Die Psyche der einzelnen Mitarbeiter ist ein weiterer zu beachtender Faktor, da einige Arbeitnehmer mit der Rückkehr auch die Angst und Sorge um die eigene Gesundheit verbinden. Hier sind Unternehmen in der persönlichen Verantwortung gegenüber den Angestellten gefragt. Die im März 2020 von der Universität Konstanz durchgeführte Studie zeigt, dass für 35% der Befragten das Homeoffice Modell eine völlig neue Situation ist. 28% sind wegen der Covid-19 Krise beruflich gestresst und empfinden emotionale Erschöpfung. Da auch im Unternehmen die Abstandsregelung gilt, hat sich der Büroalltag maßgeblich verändert. Zwar ist der soziale Kontakt mit Kollegen gegeben, allerdings nur mit Entfernung. Dies kann zu psychischer Belastung der Mitarbeiter führen und die Angst Einzelner verstärken. Eine offene und transparente Kommunikation mit den Mitarbeitern kann helfen, dem entgegenzuwirken. Zudem können auch kleine Aufmerksamkeiten und Gesten der Wertschätzung von Seiten des Unternehmens einen positiven Effekt erzielen. Ein Lob oder eine kleine Belohnung wirkt darüber hinaus auch bindend und motivierend.


Was Führungskräfte beachten sollen, um einen guten Umstieg in den normalen Alltag zu gewährleisten

Unternehmen Mehrere Personen mit Fragezeichen vor Gesicht müssen einige Maßnahmen und räumliche Anpassungen durchführen, um die rechtlichen Bestimmungen der Regierung einzuhalten. Zunächst sollte der Arbeitgeber die Büro-Organisation prüfen. Hierbei ist die Mitarbeiteranzahl zu berücksichtigen und Richtlinien für die Nutzung von Besprechungs- und Konferenzräumen sowie Besuche zu definieren. Eine gute interne Kommunikation und Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern ist wichtig, um die Ansteckungsgefahr zu minimieren. Der Arbeitgeber sollte transparent kommunizieren, auf die Abstandregeln hinweisen, Hygienemittel bereitstellen und eventuell Schutzmasken, Trennwände oder Handschuhe zur Verfügung stellen. Zudem können Betriebe und Büros Schichtweise arbeiten, um das Infektionsrisiko zu minimieren. Aus der Krise und dem Homeoffice kann auch viel gelernt werden, Führungskräfte sollten Mitarbeiter befragen, was für positive Aspekte aus der Krise in den Büroalltag integriert werden sollen.


Schutzmaßnahmen für handwerkliche und produzierende Tätigkeiten

Produktionsbetriebe mit vielen Mitarbeitern nehmen die Produktion langsam wieder auf und müssen besonders auf die rechtlichen Hygienebestimmungen achten. Hierbei kann die Bildung von kleineren Teams, die möglichst immer das gleiche Fahrzeug und Werkzeug verwenden, oder ein Zwei-Schicht Betrieb eingeführt werden, um die Produktion wieder aufnehmen zu können. Zudem muss der Mindestabstand gegeben sein, weshalb Umstrukturierungen der Produktionsflächen bedacht werden müssen. Für Baustellen oder Außeneisätze, gilt die Regel des möglichst „vereinzelten Arbeitens“ – Werkzeuge müssen nach Verwendung desinfiziert oder personenbezogen zugeteilt werden.


Praxisbeispiel BMW

Der Großkonzern BMW fährt die Produktion wieder hoch und führt statt einem Zwei-Schicht-Betrieb einen Ein-Schicht-Betrieb am Standort Dingolfing ein, da die Nachfrage nach Neuwagen derzeit noch gering ist. Der Schutz der Mitarbeiter steht für BMW an erster Stelle und Hygiene- und Abstandregeln werden laut Unternehmensaussagen ebenfalls respektiert und eingehalten. Durch Umgestaltungen der Arbeitsplätze kann die Fließbandarbeit wieder aufgenommen werden. Somit ist BMW einer der ersten Großkonzerne mit einer Umstrukturierung und einem proaktiven Umgang der Maßnahmen zum Schutz der Mitarbeiter in der derzeitigen Situation.


Quellen:
Konstanzer Homeoffice Studie
Studie zu den Auswirkungen von Homeoffice auf die Psyche
Arbeitsschutzstandards
Bidt Studie zum Arbeitsplatz der Zukunft


 

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