Zusammenfassung der Belohnungsstudie 2016


Inhaltsverzeichnis

Vorwort von Geschäftsführer Mark Gregg

Studienaufbau

Zusammenfassung der wichtigsten Studienergebnisse

Planungen 2016/2017

Fazit

Aktuelle Studienergebnisse

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Vorwort von Geschäftsführer Mark Gregg

Resilienz, flexible Arbeitszeitmodelle, Präsentismus, mobile Stellenanzeigen etc. – gefühlt fast täglich geistert ein neues Schlagwort, ein neuer Trend durch die HR-Welt. Den Überblick zu behalten und die relevanten Themen herauszufiltern, ist die Herausforderung für jeden Personalentscheider. Alles um das zentrale Ziel zu erreichen: glückliche und loyale Mitarbeiter. Genau hier leistet die Belohnungsstudie ihren Beitrag und gibt Orientierung, liefert Anhaltspunkte für die tägliche HR-Arbeit und schafft branchenübergreifende Transparenz. Die diesjährigen Ergebnisse aus der Befragung von mehreren Hundert Personalern in Deutschland zeigen auf, was heute und morgen wirklich zählt. Welche Instrumente dazu beitragen, beim Mitarbeiter gefühlte Wertschätzung und einen langfristigen Bindungseffekt zu erzielen.
Mit der zweiten Durchführung der Studie ist es erstmals auch möglich, Veränderungen im Zeitverlauf aufzuzeigen. Diese haben sich besonders im Bereich des Budgeteinsatzes und der Art der gewählten Maßnahmen ablesen lassen. Auch gibt es Themenbereiche, wie beispielsweise Gesundheit, die immer stärker in den Fokus von Unternehmen geraten. Ein deutliches Signal, dass Bewegung und Dynamik im Bereich der Mitarbeitervorteile zu erkennen ist. Um Ihnen möglichst viel Input für die Maßnahmen in Ihrem Unternehmen mitzugeben, haben wir die wichtigsten Ergebnisse hier für Sie zusammengefasst. Außerdem wurde die Fortführung der Studie 2017 bereits beauftragt. Daher würden es mich freuen, Sie dann als Studienteilnehmer unter www.belohnungsstudie.de begrüßen zu dürfen.

Die Belohnungsstudie wurde von der Hochschule Fresenius in Zusammenarbeit mit der BONAGO Incentive Marketing Group GmbH entwickelt. Die Hochschule ist eine der ältesten privaten Hochschulen Deutschlands und wurde im Jahr 1848 von Carl Remigius Fresenius gegründet. Sie hat ihren Ursprung in den Fresenius Laboren für Analytik. Seit dem Jahr 1971 besitzt sie die Zulassung als staatlich anerkannte Fachhochschule in privater Trägerschaft. Der renommierte Lehrstuhl für Wirtschaftspsychologie mit dem Schwerpunkt Personal hat sich nun mit dem Thema Mitarbeiterbelohnung und -bindung auseinandergesetzt. Die Entscheidung zur Durchführung einer Studie mit Befragung von Personalentscheidern fiel 2013, um mehr Transparenz innerhalb des Themas zu schaffen. 2014 wurde das Studiendesign entwickelt und die Erhebung gestartet. Die erstmalige Auswertung der Studie und die Veröffentlichung der Ergebnisse folgten 2015. Auf Grund des großen Interesses und positiven Feedbacks, wurde die Erhebung Anfang 2016 erneut durchgeführt und die Ergebnisse im Mai 2016 veröffentlicht. Die Studie ist als jährliche Befragung konzipiert und die dritte Erhebung für Ende 2017 geplant.

Studienaufbau

Methode: Online-Befragung

Fragenbereiche:

• Instrumente zur Motivation und Bindung
• Einsatz in der Praxis
• Planung und Strategie 2016/17
• Allgemeine Angaben

Erhebungszeitraum: 11.11.2015 – 31.01.2016

Anzahl befragter Unternehmensvertreter: n = 708

Zielgruppe:

• Unternehmensgröße: mindestens 50 Mitarbeiter, KMU, Konzerne etc.
• Branchen: branchenübergreifend, kein Schwerpunkt
• Regionen: deutschlandweit
• Teilnehmer: Geschäftsführer, Entscheider im Bereich Personal, Personalleiter, Director Human Resources etc.

Zielsetzung

Die Studie hat sich mit den folgenden Fragen befasst:
1. Wie wichtig ist das Thema Mitarbeiterbelohnung in Unternehmen?
2. Welche Vorteile sind bekannt?
3. Welche Maßnahmen werden eingesetzt?
4. Wie sieht die Planung für 2016/17 aus?

 

Zusammenfassung der wichtigsten Studienergebnisse

Teilnehmer und allgemeine Einschätzungen

Insgesamt haben sich über 700 Unternehmen an der Belohnungsstudie beteiligt. Über 60% der Teilnehmer sind Entscheider in ihrem Unternehmen. Sie haben direkten Einfluss auf die Entscheidungen über Maßnahmen zur Motivation und Bindung von Mitarbeitern. Damit wird die Relevanz der folgenden Ergebnisse für die eigene Unternehmenspraxis noch verstärkt.

Die Studie zeigt, dass fast 90% der befragten Personalentscheider Maßnahmen zur Mitarbeitermotivation als sinnvoll erachten und bereits einsetzen. Im Vergleich zur Studie 2015 ist der Anteil sogar noch etwas gestiegen. Dies bedeutet einen steigenden Invest in die Wertschätzung der eigenen Mitarbeiter zur Vorbeugung gegen Fluktuation. Dies liegt
vor allem an der Wirkung solcher Maßnahmen, da diese von den Personalern als relevant und sinnvoll eingestuft werden. In Zahlen gesprochen bewerten übergreifend fast 90% die Sinnhaftigkeit als positiv.

Anlässe und Maßnahmen

Der passende Anlass für eine Belohnung kann sehr unterschiedlich sein. Gleichzeitig ist er wichtig für die Akzeptanz beim Mitarbeiter und auch für die Dauer der Wirkung. Dabei unterscheidet die Praxis zwischen persönlichen Anlässen, wie z.B. dem Geburtstag des Mitarbeiters, saisonalen Anlässen, wie z.B. Weihnachten, leistungsabhängige Anlässe, Firmenjubiläen und sonstigen Anlässen, wie z.B. Prämien im Rahmen von Mitarbeiter-werben-Mitarbeiter-Programmen. Der persönliche Bezug hat dabei immer noch die größte Wirkung dominiert daher auch die Top 3 der Anlässe mit fast 60%, dicht gefolgt von saisonalen Anlässen.
Im Vergleich zur Erhebung 2015 gehören die saisonalen Anlässe zu den Gewinnern. Und nur 7% geben Prämien ohne Anlass aus. Fazit: In der Praxis setzt sich der Mix aus persönlich und saisonal durch.

Neben dem „Wann“, ist das „Was“ (Prämie) die zweite, entscheidende Säule für den Erfolg von Belohnungsmaßnahmen bei Mitarbeitern. Die Palette an Möglichkeiten scheint fast unbegrenzt und ändert sich laufend. So ist in den letzten Jahren die Auswahl stetig gestiegen und von Klassikern, wie der Weihnachtsfeier, hin zu neuen Arbeitszeitmodellen erweitert worden. Aggregiert man in einer übergreifenden Betrachtung alle Maßnahmen in die Kategorien monetär (direkte Geldleistung), hybrid (geldwerter Vorteil) und nicht-monetär sowie sonstige, sind die nicht-monetären am weitesten verbreitet. 69% nutzen demnach nicht-monetäre Maßnahmen, wie z.B. Weihnachtsfeiern, in ihrem Unternehmen.

Damit stehen, trotz der Innovationskraft neuer Lösungen, aktuell eher „alte Bekannte“ auf der Pole Position. Selbst in der Detailbetrachtung der Einzelmaßnahmen, sind Mitarbeiterevents mit über 70% sind Mitarbeiterevents noch am stärksten im Einsatz in der Unternehmenspraxis.

Im zeitlichen Verlauf betrachtet, lässt sich allerdings erkennen, dass es zu Veränderungen in der Auswahl der Benefits für Mitarbeiter kommt. Sachprämien zählen beispielsweise zu den Verlierern – begleitet von Firmenequipment und Weihnachtsgeld.

Deutlich auf dem Vormarsch sind Essenzuschläge, Mitarbeiterrabatte und Gutscheine. Gutscheine, mit einem Zuwachs von 17% zum Vorjahr, schaffen es dabei bereits unter die Top 3 aller Maßnahmen in der Einzelbetrachtung der aktuellen Erhebung. Dabei sind Einkaufsgutscheine (48%) und Tankgutscheine (43%) besonders beliebt.

 

Steuerliche Vorteile

Gerade in Branchen mit hohem Margendruck und angespannten Wettbewerbssituationen steigen die Anforderungen an Personalbudgets. Aber auch branchenübergreifend ist der effiziente Einsatz gegebener Mittel wichtig – gerade bei steigenden Recruitingkosten. Um das vorhandene Budget zu schonen und sich als Personalentscheider zusätzliche Spielräume zu schaffen, gibt es diverse steuerliche Möglichkeiten und Vorteile.

Die Bekanntheit der verschiedenen Optionen ist dabei sehr unterschiedlich. Am bekanntesten ist immer noch die Sachbezugsregelung mit 90%, oft auch gerne als „44 EUR-Regel“ bekannt (der steuerfreie Sachbezug wird ab dem 01.01.2022 auf 50 Euro pro Monat erhöht). Schlusslichter sind sowohl langjährige Vorteile, wie Mitarbeiter-PC-Programme (27%), als auch noch relativ junge Optionen, wie die Erholungsbeihilfe (27%). Hier gilt es für Verbände, Interessenvertretungen etc. mehr in die Aufklärung zu investieren und für die Unternehmen in die Fortbildung ihrer Personalentscheider. Dass dies Wirkung zeigen kann, belegen die Zahlen zur Veränderung der Bekanntheitsgrade. So steigt zum Vorjahr sogar noch die Bekanntheit der 44 EUR-Regel um 2% (der steuerfreie Sachbezug wird ab dem 01.01.2022 auf 50 Euro pro Monat erhöht). Und bei der Pauschalversteuerung nach §37b EStG zeigt sich ein Anstieg von 15%. Insgesamt eine positive Entwicklung, die Unternehmen in der Praxis mehr Möglichkeiten gibt, sich im Wettbewerb um Talente zu differenzieren und Mitarbeiter zu binden.


Wissen bzw. Bekanntheit die eine Seite der Medaille, aber welche der bekannten Möglichkeiten werden auch wirklich genutzt und eingesetzt? Hier zeigt sich, dass die Verteilung nicht identisch zur Abfrage der Bekanntheit verläuft. Den Spitzenreiter bilden hier mit 73% Firmenfahrzeug und -handy und erst an zweiter Stelle mit 71% das bekannteste Instrument – der steuerfreie Sachbezug.

Im Vergleich zur Erhebung 2015 sind die Gewinner in den Unternehmen und damit auch bei den Mitarbeitern ähnlich zu denen in der Bekanntheit. Auch in der Nutzung sind §37b EStG (+40%) sowie die 44 EUR-Regel (der steuerfreie Sachbezug wird ab dem 01.01.2022 auf 50 Euro pro Monat erhöht) weiter im Aufwind – die Top 3 wird dann von Mitarbeiterrabatten vervollständigt.

Planungen und Ausblick 2016/2017

Im letzten Teil der Erhebung wurden die Entscheider nach ihren Einschätzungen hinsichtlich der Planungen und Strategien für 2016/17 befragt. Die Art und das Ausmaß an Mitarbeitervorteilen zur Bindung und Motivation wird übergreifend vom verfügbaren Budget definiert.
Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels und intensiven Wettbewerbs um die Besten am Arbeitsmarkt, wird offensichtlich im Bereich Belohnung mehr investiert. 72% der Unternehmen planen ihr Investment mindestens beizubehalten und ein weiteres Viertel plant eine Erhöhung der Budgets.

Wer sich hier nicht am Markt orientiert, wird sich verstärkt mit der Konkurrenzsituation im Recruiting beschäftigen müssen und zunehmend auch die Attraktivität seiner Arbeitgebermarke in Gefahr bringen.

Dieser geplante Zusatzinvest schlägt sich bereits in den aktuellen Ausgaben pro Mitarbeiter nieder. Nach Aussage der Unternehmen wird pro Mitarbeiter pro Monat ein Betrag von durchschnittlich 66 EUR investiert. Zieht man die Ergebnisse aus den Fragen zu den Maßnahmen hinzu, so wird deutlich, dass hier mehr ausgegeben wird, als beispielweise die 44 EUR-Regelung (der steuerfreie Sachbezug wird ab dem 01.01.2022 auf 50 Euro pro Monat erhöht) ermöglicht. Heißt, es werden auch mindestens zwei verschiedene Maßnahmen pro Mitarbeiter veranlasst (nur 3% setzen auf ein Instrument).

Im Vergleich zu 2015 wurde der Betrag pro Mitarbeiter von 55 auf 66 EUR erhöht – dies entspricht einer Steigerung von 20%.

Gefragt nach den Instrumenten, auf die das künftige Budget angewendet werden soll, gab es Unterschiede in den Top 3 zwischen „beibehalten“ und „neu/steigern“. Im Bereich der Maßnahmen, die wie bisher fortgeführt werden, teilen sich Mitarbeiterevents (18%), Firmenfahrzeug/-handy (17%) und Flexible Arbeitszeiten (17%) nahezu gleichauf die Spitzenposition. Spannend ist die Spitze der Maßnahmen, die in 2016/17 ausgebaut bzw. neu eingeführt werden sollen. Dort stehen Einkaufsgutscheine ganz oben mit 23%.

Fazit

Die Ergebnisse der diesjährigen Belohnungsstudie zeigen, dass zwar an einigen Stellen Klassiker zur Bindung und Motivation von Mitarbeitern im Einsatz sind, aber neue, innovative Instrumente gleichzeitig Aufwärtstrends aufweisen. Zusammengefasst steigen die Anforderungen an die HR-Praxis, welche diese an die Lösungen zur Wertschätzung und Belohnung von Mitarbeitern weiterreichen.

Die steigenden Budgets und Pro-Kopf-Ausgaben verdeutlichen, dass Unternehmen verstanden habe, dass sich dieser Invest in die eigenen Mitarbeiter lohnt und so mittel- bis langfristig sogar Geld gespart werden kann (Stichwort Recruitingkosten).
Da sich Bedürfnisse der Mitarbeiter und die Rahmenbedingungen der Unternehmen kontinuierlich weiterentwickeln, bleibt abzuwarten, wie sich das Handwerkszeug der Personalentscheider hier anpasst und welche neuen Lösungen in den nächsten Monaten zum Einsatz kommen.


Weiterführende Inhalte:

Studienergebnisse 2017, 2018 und 2019

Informationen über die Studienergebnisse der Belohnungsstudien 2017, 2018 und 2019 erhalten Sie in den folgenden Artikeln:

Aktuelle Studienergebnisse 2017

Aktuelle Studienergebnisse 2018

Aktuelle Studienergebnisse 2019


Autor: Anna Becker
Anna ist schon seit der Geburtststunde von BONAGO dabei und beschäftigt sich mit allen Themen rund um Mitarbeiterbindung, Mitarbeiterbelohnung und Employer Branding, sowie neuerdings auch mit Social Recognition. Bei der Kaffeepause hat Anna immer ein offenes Ohr und kennt die Kollegen und Kolleginnen besser als diese sich selbst – ja, Sie trinkt viel Kaffee. Ihre beiden Katzen bedeuten Anna alles und wer mehr über sie erfahren möchte, geht einfach in die Kaffeeküche.
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